Resilienz – Die Stehaufmännchen-Qualität

1024 680 Elke Janßen

Manchmal hätte ich ihn gerne, einen Zauberstab, den ich ganz lässig nach Bedarf schwingen kann und alles ist im Nu wieder in Ordnung. Oder ich wäre gerne ein Stehaufmännchen: Nach jeder Niederlage richte ich mich wieder unbeirrt auf.

Aber machen wir uns doch nichts vor: Es gibt immer wieder Krisen, Schwierigkeiten und Umbrüche in unserem Leben, die wir nicht einfach „schön reden“ können. Die Auswirkungen können belastend und lähmend sein, oder aber dazu dienen, dass wir unser Leben neu ausrichten.

In den Medien taucht in diesem Zusammenhang oft der Begriff der Resilienz auf. Doch was ist Resilienz eigentlich? Psychologen nennen Resilienz die Fähigkeit, trotz aller schwierigen Bedingungen, zu wachsen und zu gedeihen. Oder anders formuliert: Sie verstehen sie als mentale Fähigkeit, mit Krisen konstruktiv umzugehen, sie nicht nur als Stolpersteine, sondern auch als Wegweiser zu sehen.

Resilienz zu besitzen bedeutet in diesem Zusammenhang:durstig

• Akzeptanz von Krisen und den mit ihnen verbundenen Gefühlen

Resiliente Personen laufen nicht weg, sondern schauen genauer hin auf das was war und auf die unterschiedlichen Gefühle wie Trauer, Wut, Angst oder Ohnmacht. Dabei gilt: Gefühle sind völlig in Ordnung und dürfen sein.

• Die Suche nach Lösungen

Resiliente Personen gestehen sich ein, dass etwas passiert ist, womit sie nicht gerechnet haben oder das sie nicht mehr ungeschehen machen können. Und sie nehmen sich Zeit, die Situation zu beschreiben und einzuordnen, um anschließend wieder aktiv zu werden und Entscheidungen zu treffen.

• Problemlösung mit Unterstützung

Resiliente Personen wissen, dass sie nicht alles alleine schaffen können und müssen. Sie sind in ein soziales Netzwerk eingebunden und nehmen die Hilfe von anderen Menschen an.

• Optimismus und Zukunftsorientierung

Resiliente Personen wissen, dass es sich nur um eine Phase handelt, die sich auch wieder ändern wird. Anstatt sich mit dem „Was wäre wenn“ – Gedankenspiel aufzuhalten, gestalten sie ihre Zukunft aktiv.OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Sie fragen sich nun: „Und was hat das jetzt alles mit mir zu tun?“ Die gute Nachricht ist: Jeder Mensch besitzt Resilienz. In einigen Bereichen ist unsere Resilienz vielleicht schon ganz gut ausgebaut, andere bedürfen noch der Entdeckung und der Weiterentwicklung.

Mir persönlich zum Beispiel fällt es leicht, Hilfe in Anspruch zu nehmen und nach kreativen Lösungen zu suchen. Dafür fällt es mir erheblich schwerer zu meinen Gefühlen zu stehen und sie wertzuschätzen. Der Satz: „Ich betrete Neuland. Es ist völlig in Ordnung, dass ich nun ängstlich, unsicher oder aufgeregt bin.“ geht mir nur schwer von den Lippen.

Resilienz weiter aufzubauen bedarf Training und Ausdauer. Aber es lohnt sich und schafft neue Energie, Hoffnung und Mut.

 

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